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Reformationstag vs. Halloween

Halloween ODER Reformationstag?

Reformationstag UND Halloween?

Schließt sich das aus? Oder geht das zusammen?

Kann beides feiern oder muss man sich entscheiden?

 

Dass diese zwei Feste auf eine Tag fallen führt bei uns jedes Jahr aufs Neue zu Diskussionen.

Ich werde schon Tage und Wochen zuvor von den Mädchen bombardiert mit Wünschen, wie sie sich verkleiden wollen. Schließlich wird im Kindergarten schon rechtzeitig dekoriert und vorbereitet.

Simon wiederum dreht schon mit den Augen, wenn er die Halloween-Schminke im Wocheneinkauf entdeckt.

 

Dann kommt er! der imaginäre Zeigefinger: „Du weiß – Ich halte von Halloween nicht viel. Wir haben Feiertag und keiner weiß warum. Es ist Reformationstag. Halloween ist reiner Kommerz, seien Geldmacherei!

Ich kontere genervt, ob die Mädchen deshalb ohne Kostüm zur Halloweenparty in den Kindergarten gehen sollen.

Simon verneintdaraufhin, weil er natürlich nicht möchte, dass sie deshalb Außenseiter sind – betont aber, dass er ihnen die Bedutung des Feiertages ganz genau erklären wird und das auch möglichst bald.

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Auch wenn mich Gespräche wie dieses (Simon ist der Traditionellere als ich) nerven, ich vieles immer nicht so eng sehe und für „alles zu haben bin“. So sehe ich es im Prinzip genauso wie er!

 

Weiß tatsächlich jeder, warum wir am 31.10 einen Feiertag begehen und weshalb seit letztem Jahr noch mehr Bundesländer ausgerechnet an diesem Tag frei haben?

Halloween ist tatsächlich NICHT der Grund.

Grund ist der REFORMATIONSTAG!

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Mal kurz ein Erklärungsversuch für alle, die sich gerade nicht sicher sind:

Der Reformationstag ist in der Evangelischen Kirche der Gedenktag zu Ehren von Martin Luthers großer Kirchenreform vor 501 Jahren.

Luther, ein Mönch, war unzufrieden mit seiner Kirche. Er wollte diese verändern und verbessern. Seine 95 Thesen dazu brachte er an der Tür in der Wittemberger Kirche an. Damals hatten Menschen Angst vor Hexen, Teufeln und Geistern.

Könige, Staatsmämmer und die Katholische Kirche nutzten dies umfangreich aus. Es wurde mit sogenannten Ablassbriefen gehandelt. Wer genug Geld hatte konnte sich von Sünden freikaufen und musste im Zuge dessen diese gruseligen Gestalten nicht mehr fürchten.

Auch Luther hatte Angst vor all diesen Gestalten – aber er lebte nach dem Motto „wer auf Gott vertraut braucht vor niemanden Angst zu haben“. Er wollte, dass der ganz Spuk mit der Angstmacherei und Geldverdienerei mit der Hölle ein Ende nimmt. Er wollte den Handel mit Ablassbriefen (die einen angeblich vor der Hölle bewahren) beenden und die Menschen freier machen.

Dafür kämpfte er. Er brachte viele damit gegen sich auf, aber überzeugte auch eine Menge andere.

Er gab damit den Anstoß zur Reformation der Kirche. Auch wenn das eigentliche Ziel nur die Reformation der Katholischen Kirche war, so spaltete sich dennoch eine eigene Bewegung ab.

Die Evangelische Kirche wurde gegründete und viele neue Gemeinden entstanden. DESHALB feien wir heute den Reformationstag.

Also irgendwie den Geburtstag der Evangelischen Kirche. So werden wir wohl beginnen unseren Kindern den Reformationstag zu erklären

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An diesem christlichen Feiertag haben aber natürlich alle frei (die in den entsprechenden Bundesländern wohnen). Egal ob Christ oder nicht. Und somit freuen sich auch die Halloween-Fans, dass an diesem Tag nicht gearbeitet werden muss und ihr geliebtes Gruselfest ausschweifend gefeiert werden kann. Und wer hätte es gedacht? – auch Halloween hat seine Geschichte.

Interessantes zu Halloween:

Halloween kommt von „all hallows eve(ning)“. Gemeint ist damit der Vorabend von Allerheiligen. Den Feiertag, den die Katholische Kirche am 1.November begeht. Sie Gedenken an diesem Tag ihrer heiligen Toten. Zu Halloween selber wird Gruseliges inszeniert, auch der Tod. Aber in der Regel auf eine eher lustige Art und Weise.Thema ist somit eine ernste Sache, welche in einen ulkigen Rahmen gepackt wird. Und das kann durchaus angstnehmend sein. Traurigen oder beängstigen Themen den Schrecken z nehmen kann sogar heilsam sein in Bezug auf die Angst, die man davor hat.

Halloween kann Kirche somit durchaus daran erinnern, dass wir uns Abgründen und bedrohlichen Dingen im Leben stellen müssen. Nenne wir es mal “Bösen Mächten”. Aber wo schwarz da auch weiß. Wo Hell – da auch dunkel. Da wo Böses – da ist auch Gutes. Gutes und Besseres, mit dem man dem Bösen entgegentreten kann.

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Halloween kommt übrigens nicht aus den USA, wie viele denken, sondern überraschenderweise aus Europa, genauer aus Irland. Ein uralter keltischer Brauch, der seinen Weg erst nach Amerika fand und dort zu dem wurde, was es heute ist und dann erst nach Deutschland schwappte.

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Haben Der Regormationstag und Halloween nun etwas gemeinsam?

Außer dem Datum nicht viel.

ABER auch Martin Luther dachte über Geister, Teufel und die Hölle nach. All die Dinge und Gestalten, um die es bei Halloween geht. Die Menschen damals hatten Angst vor diesen gruseligen Gestalten und der düstern Macht. Aber genau diese düsteren Mächte lassen sich, damals wie heute, mit genau einer bestimmten Macht überwinden. Und zwar mit dem Glauben an denjenigen, der die Angst überwunden hat: Gott und den auferstandenen Jesus Christus.

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Und nun stellt sich die Frage!

Auf zum Reformationsgottesdienst oder zur Halloweenparty?

Oder geht vielleicht auch beides?

Die beiden Veranstaltungen müssen ja nicht zwingend miteinander konkurrieren. Wobei Konkurenz ja bekanntlich das Geschäft belebt. Und in diesem Fall für den ein oder anderen vielleicht auch dafür sorgt sich mal wieder mehr mit dem eigenen Glauben und der Bedeutung dieses Feiertages auseinanderzusetzen. Und das ist – in einer Zeit, in der viele nicht mehr wissen, warum wir diesen Feiertag begehen – doch gar nicht so schlecht.

 

XOXO
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