Mama, was kann ich machen?

by traumjobmama

Mama was kann ich machen? Mama was kann ich machen? Mama was kann ich machen?

Zugegeben – kann ich mich nicht dagegen wehren, dass ich mich bei dieser Frage nicht sofort aufgefordert fühle und im Zugzwang sehe, dieses Langeweile-Problem proaktiv für meine Kinder zu lösen.
Vor allem in dieser aktuellen Zeit, wo ein schlechtes Gewissen zwischen Homeoffice, Homeschooling, Homekita, Haushalt und Co. sowieso permanent mitschwingt.

Langeweile ist nicht nur für die Kids eine Heruasforderung – auch für uns Erwachsene.
Denn auch wir sollten lernen IHRE Langeweile zusammen MIT IHNEN auszuhalten und nicht immer sofort in „Problem-Lösungs-Aktionismus“ zu verfallen.
Was, zugegebenermaßen, manchmal wesentlich schwieriger ist als das nächste Bastel-Kit rauszuholen oder den TV einzuschalten.

Denn Fakt ist, dass Langeweile bei Kindern überhaupt nicht schlimm ist (solange sie nicht mit fehlendender Aufmerksamkeit verwechselt wird)

Im Gegenteil!
Langeweile entsteht erst wenn Sress wegfällt (z.B. durch einen normalerweise streng durchgetakteten Alltag). Das ist oft am Wochenende der Fall, in den Ferien oder auch jetzt im Lockdown.

Außerdem entsteht Langeweile dann, wenn Kinder ihren Radius erweitern wollen. Altbewährtes (z.B. spielzeug) plötzlich nicht mehr interessant ist. Langeweile ist eine wichtige und tolle Chance kreativ zu werden und zu lernen die eigene „Innere Leere“ mit neuen Ideen zu füllen.

Aber dafür muss Langeweile erst einmal zugelassen und ausgehalten werden.
Ohne schlechtes Gewissen. Auch vom Elternseite aus.

Was kindliche Langeweile meist mit sich bringt:

  1. genervt und unzufrieden sein
  2. eher zielloses Suchen nach Beschäftigung
  3. „die Entdeckung“

Wenn Mama und Papa das Langeweile-Problem kurzfristig lösen ist das zwar erstmal großartig und wunderbar bequem. Aber: wenn unser Kinder und wir es schaffen „leere Zeit“ auszuhalten ergeben sich noch ganz andere ungeahnte und kreative Entdeckungen sowie glückselige Momente, die sonst verborgen bleiben würden.

…Habt ihr mal über den Wortursprung von Langeweile nachgedacht?

Langeweile kommt vom Verweilen. Und Verweilen kann man nicht nur im Museum vor einem tollen Kunstwerk, sondern auch im Moment.
Verweilen ermöglicht es, die Welt ganz anderes und neu wahrzunehmen. Mit ihren vielen kleine Details. Das können Kinder erfahrungsgemäß sowieso besser als Erwachsenene. Aber auch unsere Kinder haben heutzutage viel häufiger einen durchgetakteten Alltag. Also „gönnen“ wir ihnen auch mal ihre Langeweile und ermutigen wir sie diese auszuhalten, um Neues zu entdecken.

Bei uns zu Hause hat das schon dazu geführt, dass sich die Mädchen stundenlang im Spiel vertieft haben obwohl vorher Großes Ärgern und Streit angesagt war.
Auch der kleine Mann entdeckt plötzlich neue Beschäftigungen für sich und verweilt in seiner kleinen bunten Fantasiewelt.

Wichtig ist nur, wie schon gesagt, dass wir die Langeweile unserer Kinder nicht mit tatsächlich fehlender Aufmerksamkeit verwechseln.
Wenn die Kids angekuschelt kommen oder ein „Papa – ließt du mir ein Buch vor“ ertönt – dann machen wir das zusammen.

Ein „Mama mir ist langweilig! was kann ich machen? Ich hab nichts zum Spielen“ versuchen wir meist gemeinsam auszuhalten und daraus sind schon so viele tolle und kreative Spielmomente draus geworden.

Was ich damit sagen möchte. Die Langeweile unsere Kinder muss uns kein schlechtes Gewissen machen. In einem „gesunden“ Eltern-Kind-Alltag ist es ein normaler und wichtiger Baustein ihrer Kindheit.

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